Amateurfunk
Ich war schon einige Zeit auf der Suche nach einem neuen Hobby bzw. wollte ich mich auch schon seit einiger Zeit mit etwas neuem, vorzugsweise technischem, beschäftigen. Aber wie bin ich jetzt genau zum Amateurfunk gekommen...?
Der Weg zur Amateurfunklizenz
Ich wollte diesen Post schon sehr lange schreiben, aber irgendwie bin ich nach meiner Amateurfunkprüfung nicht mehr wirklich dazu gekommen, dass ich mich in Ruhe hinsetzen konnte, um den Blogeintrag zu finalisieren. Aber wie lautet der Spruch so schön...was lange währt wird langsam gut...!
Jedenfalls wieder zum Thema - wie bin ich genau auf den Amateurfunk (AFU) gekommen: Ich bin seit einigen Jahren begeisterter Konsument von Technikvideos auf Youtube und bin unter anderem auch über LoRa und Meshcore gestolpert - einer Kommunikationsmethode, bei der man unabhängig vom Handynetz ist und wo ich mir vorstellen konnte, dass das auch für das Wandern in den Bergen interessant sein könnte. An paar Videos weiter bin ich dann aber auch schon über APRS - Automated Packed Radio System - gestolpert. Eine Packet-Radio Methode, die vorrangig dafür verwendet wird Positions- und Wetterdaten zu versenden aber über die man auch Nachrichten verschicken kann. Und da war dann auch schon der erste Hasenfuß, denn um APRS machen zu können benötigt man eine offizielle Amateurfunklizenz...
Und damit war dann auch schon die Schranke, die mir gesagt hat okay, wenn ich in dem Bereich etwas weiter machen will, dann komme ich nicht drum herum eine Lizenz zu machen. Gesagt, getan wäre hier jetzt aber eindeutig das falsche, denn ich wollte mich nicht einfach so in ein neues Abenteuer stürzen ohne, dass ich mich ausreichend damit beschäftige. Also habe ich das ganze erst einmal ein bisschen schleifen lassen und habe mich noch ein paar Wochen einmal dazu entschlossen, dass ich mich ein bisschen in die Thematik Amateurfunklizenz einlese und dann mich auch mal mit den Voraussetzungen vertraut mache.
Irgendwie hat mich das Thema aber nicht in Ruhe gelassen, sodass ich mich einmal auf der ÖVSV Webseite schlau gemacht habe wie das ganze abläuft. Im Prinzip ist es eigentlich auch keine große Hexerei, denn man musste sich lediglich zu dem Kurs anmelden, welcher für Mitglieder auch gratis angeboten wurde. Also war der nächste Schritt eine Mitgliedschaft beim LV1 des ÖVSV und dann die Anmeldung zum Kurs. Vorab hatte ich mich aber auch noch darüber informiert, welche Lizenzarten es gibt. Grob zusammengefasst sind es 3 Lizenzarten:
- Klasse 3: Die "kleine" oder nationale Einsteigerlizenz bei der man im 2m (144 - 146 MHz) und 70cm (430 - 440 MHz) Band also im UKW-Bereich und funken darf - nur innerhalb Österreichs
- Klasse 4: Die CEPT-Novice-Lizenz für den Betrieb auf UKW und im einen bestimmten Bereich in der Kurzwelle (KW)
- Klasse 1: Die "große" CEPT Lizenz mit der man Weltweit uneingeschränkten Betrieb auf allen von der IARU zugewiesenen Amateurfunkbändern in allen Betriebsarten machen kann und zusätzlich auch noch dazu berechtigt ist Funkgeräte selber zu bauen bzw. Funkgeräte zu modifizieren.
Nähere Infos zu den erlaubten Frequenzbereiche in Österreich findet man in der Anlage 4 der Frequenznutzungsverordnung.
Nach kurzem Überlegen war dann für mich eigentlich relativ schnell klar, dass ich mich für die Klasse 1 entscheiden werde, wenn ich wollte von Anfang an gleich zu allem berechtigt sein und mich nicht in irgendeiner Art und Weise einschränken lassen bzw. mich dann im Nachhinein mit irgendwelchen Upgrades beschäftigen müssen. Gleichzeitig war das aber auch die Lizenz, die vom Kurs her die Umfangreichste und sicherlich auch der Anspruchsvollste war. Aber für mich war klar, wenn ich die Lizenz mache dann mache ich es gleich richtig.
Und so war es dann auch - ich habe die Mitgliedschaft beim ÖVSV beantragt und mich dann auch gleich für den Kurs für die Lizenz Klasse 1 angemeldet. Der kurs dauerte dann ca. 8 Wochen und wurde immer an den Wochenenden geblockt abgehalten. Start des Kurses war damals im September 2025 und im November 2025, unmittelbar nach dem Kurs, war dann auch schon die Prüfung direkt bei der Fernmeldebehörde, die ich auch gleich beim Erstantritt bestanden habe.
Nach bestandener Prüfung war gleich der nächste Schritt die Lizenz zu beantragen und auch gleich den Wunsch eines Rufzeichens abzugeben. Hier habe ich auch lange hin und her überlegt welches ich mir den Wünschen würde, denn mein ursprünglicher Wunsch (OE1PSW) war schon vergeben. Nach ein bisschen überlegen und auch dem checken der öffentlichen Rufzeichenliste, die jährlich von der Fernmeldebehörde veröffentlicht wird (hier ist der Link zur Webseite der Fernmeldebehörde wo man neben anderen Unterlagen auch die Liste einsehen/herunterladen kann), habe ich dann mit OE1PTB als Wunsch abgegeben. Leider bekommt man dann aber auch nicht schnell Antwort, sondern man muss sich ein bisschen in Geduld üben, bis man die Lizenz dann auch zugesendet bekommt. Bei mir waren es 8 Wochen - aber kaum habe ich sie in Händen gehalten habe ich mich auch schon vor mein Funkgerät gesetzt und mein erstes QSO (das ist die offizielle Abkürzung für ein Funkgespräch) gehabt.
Funkgeräte
Eine kleine Warnung am Rande 😉
Hat euch erst einmal das Funkfieber gepackt vermehren sich auf seltsame Weise die Funkgeräte recht schnell...!
Kommen wir auch noch kurz zum Thema Funkgeräte:
Funkgeräte sind natürlich für das Funken natürlich unerlässlich. Da ich mich langsam an das Thema herantasten wollte, wollte ich am Anfang natürlich auch nicht all zu viel Geld ausgeben und somit kam die erste Wahl dann auf ein Quansheng UV-K5(8). Der Vorteil von dem Funkgerät ist, neben dem, dass es günstig ist, dass man es auch relativ einfach mit einer anderen Software flashen kann. Und auch von der Bediehnung her macht das Funkgerät auch viel Spaß. Nachdem das Gerät dafür bekannt ist Oberwellen (Oberwellen sind Vielfache der Grundfrequenz, die durch Nichtlinearitäten im Sender hervorgerufen werden.) zu produzieren war dann aber recht schnell für mich klar - ein gescheiteres Funkgerät muss her.
Also habe ich mich dann wieder auf die Recherche begeben und somit fiel die Wahl für mein nächstes Funkgerät dann auf ein Anytone 878UV II Plus, welches durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich unschlagbar ist. Man kann bei dem Funkgerät wirklich wahnsinnig viel einstellen und es öffnet einem auch das Tor in die digitale Betriebsart DMR und in dem Zusammenhang mit einem eigenen Hotspot auch in die ganze Welt, ohne das man sich dafür große Gedanken über die Antennentechnik machen und ein entsprechend teureres KW-Funkgerät anschaffen muss.
Nachdem ein Freund von mir (OE3POC) sich bereits ein Funkgerät von Yaesu angeschafft hatte (das Yaesu FT-991A, womit er im Bereich UHF/VHF und KW funken konnte und welches auch die digitale Betriebsart C4FM beherrscht war für mich dann auch schnell klar, dass ich auch noch ein Funkgerät brauche, dass das auch kann. Also bin ich wieder auf die Webseite von Wimo - einer der Händler meines Vertrauens - gegangen und habe mir dort ein Yaesu FT-70DE bestellt. (Bei der Bestellung ist dann auch noch ein anderes Yaesu, das Yaesu FT-4XE mit hinein gerutscht 😅). Somit konnten wir nun auch endlich einmal direkt ein QSO über C4FM führen, denn eine Verbindung über einen Repeater war aufgrund seiner Heimadresse leider nicht möglich.
Aber damit auch noch nicht genug...! Im Mai 2026 habe ich mitbekommen, dass von der ISS Bilder über SSTV (einer weiteren Betriebsart im Amateurfunk) gesendet haben. (hier auch noch der Link zum Amateurfunk der ISS - ARISS) Nachdem ich mich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht so viel mit dieser Betriebsart beschäftigt hatte ging das ganze, bis auf die Bilder, die in der Telegram Gruppe ausgetauscht wurden, eigentlich an mir vorbei - aber meine Neugier war geweckt. Zudem hatte ich von einigen Kollegen gehört, dass sich für SSTV besonders das Funkgerät VGC VR-N76 eignet, weil man mit dem unter anderem den Dopplereffekt, den man beim Funk u.a. mit der ISS auch berücksichtigen muss, gleich in den Einstellungen hinterlegen kann. Als "logische" Konsequenz musste daher natürlich auch dieses Funkgerät bei mir einziehen.
Und das VGC war aktuell einmal das letzte Funkgerät, dass ich mir angeschafft habe, aber ich habe auch schon ein paar andere Projekte im Kopf, die die Funkgerätesammlung noch vergrößern werden…
Und das ist der Beginn meiner Reise in die Amateurfunkwelt gewesen und ich könnte sicherlich noch ewig weiter schreiben, denn es gibt noch viel viel mehr, was man mit einer Amaterufunklizenz alles machen kann...! Ich kann jedem, den das Thema auch interessiert, nur ans Herz legen sich auch mit dem Thema auseinander zu setzen, sich für den Kurs anzumelden und die Lizenz zu machen. Es macht wirklich einen riesengroßen Spaß zu funken und ich habe durch den Amateurfunk auch schon ein paar sehr nette Leute kennengelernt und auch ein paar neue Freunde gefunden, die ich ohne den Amateurfunk nicht gefunden hätte.
Zu guter Letzt möchte ich euch auch noch eine kleine Liste mit ein paar Links hinterlassen und euch einen kurzen Einblick in mein Logbuch mit meinen internationalen QSOs von QRZ geben:
Links
- Link zu meiner AFU Homepage
- Meine QRZ Seite
- QRZ
- ÖVSV
- LV1 des ÖVSV
- Link zur Webseite der Fernmeldebehörde
- Frequenznutzungsverordnung
- Wimo
- funkelektronik.eu
- Funktechnik Böck
Ihr habt noch weitere Fragen zum Thema Amateurfunk?
Schreibt mir einfach ein kurzes Mail an oe1ptb@oevsv.at